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Gefallene Mädchen

Junge, unverheiratete Frauen, die mit einer Schwangerschaft Scham und Schande auf sich laden, ihre Kinder heimlich in Entbindungsheimen zur Welt bringen und rasch zur Adoption freigeben. Erscheinen vor Ihrem inneren Auge da auch beklemmende Szenen aus düsteren Schwarz-Weiß-Filmen? Die Vorstellung, dass so etwas möglich und sogar „normal“ war, erscheint uns heute schwer nachvollziehbar. Es lässt uns an finstere, längst vergangene Zeiten denken. Doch falsch gedacht! Dieses „Früher“ reichte tatsächlich bis in die 1980er Jahre hinein und geschah ganz real und hier in unserem aufgeklärten, modernen Land.

 Rabenmütter oder Opfer?

Wie erging es jungen, ledigen Frauen, die ungewollt Mutter wurden? Was erlebten sie in den Entbindungsheimen: Unterstützung oder Ausbeutung? Und wie wirken ihre Erfahrungen bis heute nach? Waren diese Frauen nun schreckliche Rabenmütter oder wehrlose Opfer?

Wer mehr über „Die gefallenen Mädchen“ in den 1980er Jahren erfahren will, dem sei die aktuelle gleichnamige Reportage empfohlen:

„Die gefallenen Mädchen“: eine spannende Reportage

Zwei Journalistinnen haben sich auf die Spurensuche gemacht und zeichnen den Weg zweier Frauen nach, die in den 1970er/80er Jahren als „gefallene Mädchen“ in Entbindungsheimen landeten und ihre Babys nicht ganz freiwillig zur Adoption freigaben.

Ihre Recherchen gestalten sich überraschend schwierig. Hat man hier nur mit Einzelschicksalen zu tun oder doch mit einem gesellschaftlichen Phänomen? Sollte es tatsächlich Babyhandel mitten in München gegeben haben, vor nur rund 40 Jahren? Und wenn ja, welche Strukturen förderten ihn? Welche Möglichkeiten haben die Frauen heute überhaupt noch, das Erlebte zu verarbeiten und ihre Kinder wiederzufinden? Und welche Rolle spielt bei alldem ausgerechnet eine Fotostory der Jugendzeitschrift BRAVO??

Unser Fazit:

Wir hatten schon immer den Eindruck, dass die „gefallenen Mädchen“ von damals meist alles andere als Rabenmütter waren, sondern um ein selbstbestimmtes Leben betrogen wurden. Sie verdienen Mitgefühl, Respekt und praktische Hilfe.

Selbst für uns, die wir in der Herkunftsberatung oft mit dem Thema in Berührung kommen, enthielt die Reportage einige Details, die wir so noch nicht kannten. Prädikat: absolut hörens- oder lesenswert.

 

Bildnachweis: munich-1480740, CC0, @Alexas_Fotos, pixabay.com

Gefallene Mädchen
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